Jahrestreffen LO
Ostpreußentreffen 2026 in Wolfsburg: Heimat lebt durch Gemeinschaft

Mehrere hundert Besucher aus ganz Deutschland und den Heimatgebieten kamen am 6. Juni 2026 im CongressPark Wolfsburg zusammen. Das Ostpreußentreffen stand ganz im Zeichen der Erinnerung, der Begegnung und des lebendigen kulturellen Erbes Ostpreußens.
Würdiges Gedenken zum Auftakt
Der Tag begann mit einer Kranzniederlegung am Gedenkstein auf dem Klieversberg. Vertreter der Landsmannschaft Ostpreußen gedachten dort der Opfer von Krieg, Flucht und Vertreibung. Die feierliche Zeremonie erinnerte daran, dass das Schicksal der Heimatvertriebenen auch heute Teil unseres gemeinsamen historischen Bewusstseins bleibt.

Kranzniederlegung beim Gedenkstein auf dem Klieversberg mit LO- Vorstandsmitglied Ulf Püstow,LO- Sprecher Stephan Grigat (v.l.) und Bundesgeschäftsführer Dr. Sebastian Husen (4.v.l.)
Wiedersehen und Austausch im CongressPark
Schon kurz nach der Öffnung des CongressParks füllten sich Foyer und Ausstellungsbereiche mit Besuchern. An den Ständen der Kreisgemeinschaften, Heimatstuben und Aussteller wurden Chroniken, Landkarten, Bücher und Informationen zur aktuellen Arbeit präsentiert. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, alte Bekannte wiederzutreffen und neue Kontakte zu knüpfen.
Feierlicher Fahneneinmarsch
Für den musikalischen Auftakt sorgte das Orchester der Stadtwerke Wolfsburg. Anschließend verlieh der traditionelle Fahneneinmarsch der Veranstaltung einen festlichen Rahmen. Die Fahnen der ostpreußischen Städte und Kreise machten die Vielfalt der Heimat sichtbar und wurden von den Teilnehmern mit großem Applaus begrüßt.

Der traditionelle Fahneneinmarsch gehört zu den Höhepunkten jedes Ostpreußentreffens.
Grußworte und Festveranstaltung
Im Mittelpunkt des offiziellen Programms standen die Grußworte zahlreicher Ehrengäste. Der Präsident des Bundes der Vertriebenen, Stephan Mayer, würdigte die Bedeutung der ostpreußischen Kultur und Erinnerung für Deutschland und Europa. Domherr André Schmeier sprach das Geistliche Wort. Der Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg, Dennis Weilmann, hieß die Gäste herzlich willkommen. Grüße aus der Heimat überbrachte Heinrich Hoch vom Verband der deutschen Gesellschaften im Ermland und Masuren. Auch der Botschafter der Republik Litauen in Deutschland, Giedrius Puodžiūnas, richtete ein Grußwort an die Teilnehmer. Die Totenehrung wurde von LO-Vorstandsmitglied Hans-Jörg Froese gehalten.
Stephan Mayer MdB, BdV-Präsident
André Schmeier, Domherr
Dennis Weilmann, Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg
Heinrich Hoch, Verband der deutschen Gesellschaften im Ermland und Masuren
Giedrius Puodžiūnas, Botschafter der Republik Litauen in der Bundesrepublik Deutschland
Hans-Jörg Froese, LO-Vorstandsmitglied
Ostpreußischer Kulturpreis verliehen
Ein besonderer Höhepunkt war die Verleihung des Ostpreußischen Kulturpreises für Wissenschaft an Prof. Dr. Manfred Kittel. Mit der Auszeichnung wurden seine langjährigen Verdienste um die Erforschung und Vermittlung ostpreußischer Geschichte und Kultur gewürdigt.

Prof. Dr. Manfred Kittel (2.v.l) erhielt den Ostpreußischen Kulturpreis für Wissenschaft.
Festrede von Stephan Grigat

Die Festrede hielt der Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen, Stephan Grigat. Er sprach über aktuelle politische Herausforderungen und erinnerte an die Bedeutung von Verlässlichkeit, Verantwortung und historischer Wahrheit. Seine Ausführungen fanden bei den Teilnehmern große Zustimmung.
Begegnungen und Ausstellung
Während der Mittagspause bot sich im Spiegelsaal reichlich Gelegenheit zu Gesprächen und Begegnungen. Viele Besucher tauschten Erinnerungen an ihre Heimatorte aus oder berichteten von Familiengeschichten.
Großes Interesse fand zudem die Ausstellung „Verlorene Dörfer in Masuren“ der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus aus Düsseldorf. Im oberen Foyer informierten zahlreiche Kreisgemeinschaften und ostpreußische Organisationen über ihre Aktivitäten.

Kultur verbindet Generationen
Am Nachmittag präsentierte ein abwechslungsreiches Kulturprogramm die Vielfalt ostpreußischer Traditionen.
Die Volkstanzgruppe Saga aus Bartenstein begeisterte mit traditionellen Tänzen. Der Chor des Deutschen Vereins Neidenburg sowie eine Jugendband aus Neidenburg zeigten die lebendige Kulturarbeit der deutschen Minderheit in den Heimatgebieten. Für humorvolle Unterhaltung sorgten die Ostpreußen-Brüder mit Geschichten und Anekdoten aus Ostpreußen. Zum Abschluss lud Moderator und Sänger BernStein das Publikum zum gemeinsamen Singen ein.

Volkstanzgruppe Saga aus Bartenstein. Das Kulturprogramm verband Tradition, Musik und gelebte Gemeinschaft
Ein starkes Zeichen für die Zukunft
Das Ostpreußentreffen 2026 hat erneut gezeigt, dass die ostpreußische Gemeinschaft lebendig und zukunftsfähig ist. Die Verbindung von Erinnerung, Kultur und persönlicher Begegnung machte den Tag zu einem besonderen Erlebnis für alle Teilnehmer.
Wolfsburg wurde damit einmal mehr zu einem Ort der Begegnung und des Zusammenhalts. Die Landsmannschaft Ostpreußen dankt allen Mitwirkenden, Helfern, Gästen und Besuchern, die zum Gelingen dieses Treffens beigetragen haben.
Fotos vom Jahrestreffen der Ostpreußen in Wolfsburg